Tel. 04242/208-63974|info@sanicademia.eu

Wir werden älter

//Wir werden älter

WIR WERDEN ÄLTER – Gesundheit als neue Weltreligion

Gesundheits- und Werteverständnis im Wandel

Das Gesundheits- und Werteverständnis hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Fremdgehen ist in unserer Gesellschaft salonfähig geworden. Wer sich aber zum Mittagessen einen Schweinsbraten gönnt, der ist sich der Tatsache wohl bewusst heute so richtig gesündigt zu haben. Lebenslust bleibt bei dem aktuellen Gesundheits- und Ernährungswahn oftmals auf der Strecke kritisiert der deutsche Psychiater und Theologe Manfred Lütz unterhaltsam und erläutert eindrucksvoll die Risiken und Nebenwirkungen der neuen Weltreligion Gesundheit im Rahmen der Kongresswoche „Wir werden älter…“ von 9.-14. Mai 2016 in Villach.

Den Jahren Leben geben anstatt dem Leben weitere Jahre zu geben!

Dem Ansatz von Lütz schießt sich auch Markus Hengstschläger in seinem spannenden Vortrag zur Frage wie alt wir eigentlich noch werden wollen an. Der Genexperte gibt ganz klar zu bedenken, dass es entgegen dem derzeitigen Bestreben – dem Leben noch ein Jahr und noch ein Jahr zu geben – viel mehr darauf ankommt, den Jahren mehr Leben zu geben.

DIE Herausforderungen an das Gesundheitswesen von heute und MORGEN…

Aber es lässt sich nicht leugnen, wir werden älter und die Pensionisten dürfen rufen „Hurra, wir werden noch älter!“ Der demographische Wandel stellt einen Segen für die Generation 50+ dar. Auf der anderen Seite steht ein System vor scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen: gesetzliche Pensionsversicherungen ächzen auf Grund schwindender Einnahmen und längeren Pensionsbezügen – das Gesundheitswesen sieht große Herausforderungen in der Betreuung älterer Patienten auf sich zukommen – die Arbeitgeber kämpfen mit Generationenkonflikten und mangelnden Arbeitsmodellen für reifere Mitarbeiter. Aber bringen uns diese gemeinsamen Herausforderungen nicht auch gemeinsame Chancen?

Demographischer Wandel – Herausforderungen und Chancen

Der demographische Wandel ist eine Tatsache, der wir uns stellen müssen. Die höchste durchschnittliche Lebenserwartung haben mit 82,8 Jahren die Schweizer und die Tendenz gilt in den Industriestaaten laut der OECD als steigend. Zudem werden wir nicht nur immer älter, die Zahl der Kinder pro Familie ist gleichlaufend sinkend. Das Altern darf aber niemals als bevorstehende Katastrophe gesehen werden. „Ganz im Gegenteil, die heutigen SeniorInnen sind im Durchschnitt gesünder, vitaler und vielfach finanziell unabhängiger und an keinem Rückzug aus der Gesellschaft interessiert“ so der zuletzt amtierende Sozialminister der österreichischen Bundesregierung Rudolf Hundstorfer.

 

Es gilt also allein sich heute Gedanken über längst notwendige Reformen, innovative Arbeitsmodelle, neue Konzepte der Altenbetreuung und interdisziplinäre Konzepte zu machen, um die Finanzierung unseres Gesundheitssystems mit Konzentration auf den Menschen weiterhin garantieren zu können. Die Qualität in der Betreuung von Senioren im intra- wie extramuralen Bereich muss in dem Zusammenhang gleichbleiben, wenn nicht sogar erhöht werden. Ökonomische wie strukturpolitische Fragestellungen müssen in diesem Zusammenhang ins Zentrum aller Überlegungen und Ansätze gerückt werden.

Bedeutet eine schleichende Ökonomisierung der Altenversorgung gleichzeitig eine Verschlechterung der Leistungen?

Dr. Michael Hudson – einer der führenden Ökonomen weltweit und Berater des Weißen Hauses, nahezu aller Regierungen der Welt sowie der amerikanischen Börse – arbeitete bereits 1968 an der Fragestellung welche Auswirkungen die steigende Lebenserwartung auf das Gesundheitswesen und die Pensionskosten haben. „Einige Politiker der amerikanischen Regierung haben – basierend auf meinen Analysen – sogar danach begehrt, den Einsatz teurer Technologien zu reduzieren sowie Dialyseangebote zu streichen und diese nur noch für wohlhabende Patienten auf vorgelagerten Inseln anzubieten.“ erzählt Hudson. Jetzt liegt hier die Frage nahe, bis zu welchem Punkt können Reformen finanzielle wie qualitative Verbesserungen hervorbringen und ab wann können sich nur mehr Reiche eine hochwertige Versorgung leisten.

Und es ist DOCH eine Frage der Gesundheit und nicht der Jahre

Die Finanzierung des Gesundheitssystems ist sicherlich eine zentrale Fragestellung in diesem Zusammenhang. Allerdings ist wohl nicht allein das „Mehr an Leben“ entscheidend für die Jahre – neben der Fähigkeit zu genießen ist trotz alledem auch die Erhaltung der eigenen Gesundheit notwendig um die Jahre genießen zu können. Sollte der menschliche Körper mit dem Alter dann doch irgendwann seine Verbrauchserscheinungen  fühlbar machen, ist dann doch die Medizin und in dem Zusammenhang auch wieder deren Finanzierbarkeit gefragt. Aber hier stellt sich die Frage, ob es ab einem gewissen Alter tatsächlich unvermeidbar ist mit Schmerz  und Leiden zu leben.

„Wir werden älter…“ – Schmerzen – das unnötige Leid des Alterns

Fast 80% der österreichischen Senioren leiden an chronischen Schmerzen und sind schmerzmedizinisch nicht optimal versorgt. Sind das Älterwerden und Schmerzen wirklich so unvermeidlich miteinander verbunden? Nicht unbedingt, da sin sich die internationalen Experten – welche von 12. bis 14. Mai 2016 in Villach tagten – einig.

Chronische Schmerzen sind nicht heilbar, aber die moderne Schmerzmedizin bringt Linderung. Und jeder Mensch, ob jung oder alt, hat Anrecht auf eine entsprechende Schmerztherapie. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass betagte Menschen, die daheim betreut werden, eine bessere Chancen auf eine Schmerztherapie haben als Heimpatienten. Die Ursachen für tägliche Schmerzen älterer Menschen sind vielfältig: von Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. Rheuma bis hin zu neuropathischen Schmerzen oder Schmerzen durch Tumorerkrankungen u.v.m.

Schmerztherapie im Alter

In der Schmerztherapie tritt oft das Problem auf, dass ältere Patienten ihre Schmerzen nicht eindeutig beschreiben können oder wollen, da ihre kognitiven Fähigkeiten nachlassen. Für den behandelnden Arzt ist es dann sehr schwierig, die optimale Schmerzbehandlung anzuwenden. Zusätzlich leiden Senioren häufig an mehreren chronischen Erkrankungen, nehmen daher bereits andere Medikamente ein und die Neben- und Wechselwirkungen könnten sich zu stark auswirken. Deshalb sind oft Kombinationen aus psychosozialer Therapie, Medikamenten, Physiotherapie und operativen Eingriffen notwendig. Naturheilverfahren können die Therapie unterstützen und helfen die täglichen Schmerzen zu lindern. Und wie so oft im Leben gilt auch bei Schmerzen die Regel: je früher desto besser. Schmerzen können bereits nach wenigen Wochen chronisch werden und damit wird die Behandlungsmöglichkeit von Tag zu Tag schwieriger.

Geriatrie und Palliativmedizin

An diesem Punkt verbinden sich die Disziplinen der Geriatrie, die sich mit der Gesundheit im Alter sowie den präventiven, klinischen, rehabilitativen und sozialen Aspekten von Krankheiten beim älteren Menschen beschäftigt, und der Palliativmedizin für unheilbar kranke Menschen mit fortgeschrittenem Leiden unabhängig von der Diagnose. In beiden Disziplinen spielen neben der Behandlung der Patienten auch ethische Fragenstellungen und die Unterstützung der Angehörigen eine bedeutende Rolle.

3 Fachtagungen – 1 Thema: „Wir werden älter…“

Zusammenfassend darf gesagt werden, die Disziplinen Ökonomie, Geriatrie und Schmerzmedizin verbanden sich im Rahmen der Kongresswoche von 9. bis 14. Mai 2016 in Villach, Österreich  zu einem homogenen Kreis. Und wer die Tradition der Sanicademia kennt weiß, dass Sie zahlreiche namhafte ReferentInnen aus ganz Europa und darüber hinaus durch Tage des Hörens, Denkens und Diskutierens über Disziplinen hinweg führten. Die Besten der Besten kamen und schauten in spannenden Vorträgen und Diskussionen über den Tellerrand. So stellte sich zeigte beispielsweise die ehemalige deutsche Bundesministerin für Gesundheit – Prof. Dr. Ursula Lehr – mit ihren 83 Jahren eindrucksvoll auf, dass unser Leben in einer Welt des Wandels auch zahlreiche positive Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung älterer Menschen hat. Weiters diskutiere Thilo Sarazin mit den über 550 TeilnehmerInnen der Kongresswoche über den Personalmangel und notwendige Besetzungen durch Migranten in Gesundheitsberufen. Aber auch die enormen Risiken welche von dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP ausgehen wurden mit Michael Hudson bearbeitet. Da überkam den einen oder anderen Teilnehmer leichte Wehmut, als Roland Girtler – der bekannte Wiener Soziologe – von der früheren Bergbauernkultur berichtete – einer Zeit, als noch alles besser war…

 

Aber Herausforderungen gilt es aktiv zu begegnen und die Zukunft heißt es mitzugestalten – dies gilt für Politik, Gesundheitswesen aber auch für jeden Einzelnen gleichermaßen. Für diese notwendigen Fachgespräche bot die Industrieausstellung mit mehr als 50 Firmen auf über 1000 qm2 den passenden Rahmen in den Pausen. Organisiert wurde diese erfolgreiche Veranstaltung vom Sanicademia Fortbildungsverein.

Fortbildung ist ein MUSS zur Erreichung von INNOVATION und WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

Weitere interessante und innovative Fortbildungen und Kongresse rund um Wirtschaft und Gesundheit sind bereits in Planung. So findet beispielsweise von 19.-20. Oktober 2016 der 11. Tag der Hygiene in Villach oder von 24.-25. November 2016 die 5. internationalen Pädiatrietage der ÖGKJ in Venedig statt. Informieren Sie sich über das umfassende Angebot auf der Webseite des Fortbildungsvereins: www.sanicademia.eu.

Tagungsband „Wir werden älter…“ – ein wissenschaftliches Buch mit Pepp

Der Tagungsband „Wir werden älter – DIE Herausforderungen an das Gesundheitswesen von Heute und MORGEN…“ fasst die wisschenschaftlichen Vorträge von drei Fachkongressen aus einer ganzen Kongresswoche zusammen. Er beinhaltet wissenschafltiche Artikel, Foliensätze sowie graphische Zusammenfassungen aller weltweit namhaften Vortragenden der Kongresswoche in Villach. Internationale Experten aus Forschung, Gesundheit, Wirtschaft und Politik bearbeiten im Rahmen des Tagungsbandes ganz konkrete Probleme und präsentierten mögliche Lösungsansätze für die Gesundheits- und Sozialpolitik von heute und vor allem von morgen. Bunt, informativ, wissenschaftlich und innovativ präsentiert sich das druckfrische 275-seitige Buch. Neugierig geworden? Bestellen Sie das Werk mit neuen Ansätzen zu einem Gesundheitswesen von MORGEN auf: www.sanicademia.eu

 

Themenwoche WIR WERDEN ÄLTER 16

WIR WERDEN ÄLTER

9. – 14. Mai 2016

Congress Center Villach
9500 Villach

59. Österreichischer Kongress für Krankenhausmanagement

09. – 11. Mai 2016

Congress Center Villach
Europaplatz 1
9500 Villach

Programmheft

Download

[ngg_images album_ids=“2,3,4″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_extended_album“]

2. Internationaler Kongress für Schmerz- und Palliativmedizin

12. Mai 2016

Congress Center Villach
Europaplatz 1
9500 Villach

Programmheft

Download

[ngg_images album_ids=“2,3,4″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_extended_album“]

5. Internationaler Kongress für Geriatrie und Gerontologie

13. & 14. Mai 2016

Congress Center Villach
Europaplatz 1
9500 Villach

Programmheft

Download

[ngg_images album_ids=“2,3,4″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_extended_album“]

2018-01-31T16:14:21+00:00 19/07/2016|Allgemein|