Tel. 04242/208-63974|info@sanicademia.eu

Fortbildungsstunden im medizinischen Bereich – ein Überblick

//Fortbildungsstunden im medizinischen Bereich – ein Überblick

Fortbildungsstunden im medizinischen Bereich – ein Überblick

 

Diplomfortbildungspunkte für ÄrztInnen  – wie ist die aktuelle Gesetzeslage?

PatientInnen vertrauen auf eine qualitativ hochwertige medizinische Behandlung nach dem aktuellsten Wissensstand der Medizin. Lebenslanges Lernen bildet daher die Basis und auch eine Notwendigkeit für Ärztinnen. Um eine hohe Qualität in der Patientenbehandlung gewährleisten zu können, ist eine verpflichtende Fortbildung für Ärzte in Österreich gesetzlich verankert und auch internationale Ärzteorganisationen bekennen sich zu kontinuierlicher medizinischer Fortbildung als Grundrecht für MedizinerInnen, aber auch als ihre ethische Pflicht.

MedizinerInnen legen selbst meist sehr großen Wert auf eine regelmäßige Fortbildung um ihr Fachwissen und deren Kompetenzen stets aktuell zu halten und auch zu festigen. Immer wieder treten allerdings Fragen zur aktuellen Gesetzeslage, zur Anzahl der vorgeschriebenen Diplomfortbildungspunkte, zur Auswahl qualitativ hochwertiger Fortbildungen, der Anrechenbarkeit von Fortbildungen welche im Ausland besucht wurden etc. auf. Dieses auf den ersten Blick komplex wirkende Thema der Ärztefortbildung lässt sich allerdings kompakt und übersichtlich zusammenfassen.

 

Diplomfortbildungsprogramm – für österreichische Ärzte ein MUSS

Orientierung über den Umfang und die Strukturen einer regelmäßigen Fortbildung erhalten MedizinerInnen in Österreich durch das Diplomfortbildungs-Programm der Österreichischen Ärztekammer. Dieses regelt eine kontinuierliche und strukturierte Fortbildung seit dem Jahr 1995 für österreichische Ärzte.

Veranstalter von Fortbildungen im Gesundheitswesen erhalten die Approbation für eine Veranstaltung ausschließlich nach strengen Maßstäben im Zuge einer fachlichen Begutachtung, welche die Qualität sowie die Unabhängigkeit einer ärztlichen Fortbildung garantieren. Nach dem Besuch einer durch die Österreichische Ärztekammer approbierten Fortbildung erhält der Arzt eine Fortbildungsbestätigung. Dadurch kann der Arzt belegen, dass er an einer qualitativen ärztlichen Fortbildung gemäß der gesetzlichen Verordnung teilgenommen hat. Dabei kann sich der Mediziner auch auf persönlich angestrebte medizinische Schwerpunkte konzentrieren.

 

Rahmenbedingungen für MedizinerInnen in Österreich – Garantie für Qualität in der Fortbildung

Die Erneuerung und Auffrischung von Wissen ist gerade in der Medizin auf Grund rasant zunehmender wissenschaftlicher Erkenntnisse und einer damit verbundenen raschen Veralterung vorhandenen Wissens kontinuierlich notwendig. Vor allem in innovationsintensiven Gebieten wie der Inneren Medizin konnten ihm Rahmen von Untersuchungen eine zunehmende Veralterung von Wissen und Defiziten an aktuellem Wissen nachgewiesen werden. Darauf aufbauend wurde die These begründet, dass das Halbwertswissen in der Medizin – ebenso wie in der Technik – bei nur 5 Jahren liegt. In hochspezialisierten Bereichen kann man davon ausgehen, dass diese Angabe sogar noch unterschritten wird. Eine berufsbegleitende Fortbildung ist aus diesem Grund für MedizinerInnen notwendig und daher auch gesetzlich verpflichtend. Nur so kann die Qualität der Patientenbetreuung garantiert werden. Im Rahmen des DFP erfolgt eine Dokumentation von medizinischen Fortbildungen welches parallel auch eine jährliche statistische Auswertung bietet. Mit 1. September 2016 ist diese Auswertung für österreichische MedizinerInnen gesetzlich verankerte Pflicht.

ÄrztInnen können bis dahin ein DPF-Diplom beantragen, wenn sie in 3 Jahren 150 oder in 5 Jahren 250 Diplomfortbildungspunkte gesammelt haben. Dieses Diplom ist dann für 5 Jahre gültig und garantiert fachliche Kompetenz für die Patienten. Es müssen hierfür aber mindestens 120 bzw. 200 Punkte mit einer fachspezifischen Fortbildung erworben werden. E-Learning wird in diesem Zusammenhang nur zum Teil anerkannt. 50 bzw. 85 Fortbildungspunkte müssen durch physische Anwesenheit bei Fortbildungsveranstaltungen gesammelt werden. Diese Nachweise müssen regelmäßig alle 3 bzw. 5 Jahre aufs Neue erbracht werden um stets ein aktuelles DPF-Diplom zu erhalten.

Bei einer Nichterfüllung der genannten Vorgaben, wird ein/e österreichische/r MedizinerIn schriftlich in einer angemessenen Frist zur Einreichung der Nachweise aufgefordert. Wenn diese Nachweise nicht eingereicht werden, wird eine Meldung an den Disziplinarsenat der Österreichischen Ärztekammer weitergeleitet. Der Disziplinarsenat entscheidet in Folge über das Ausmaß einer disziplinarrechtlichen Konsequenz. Diese kann von einem schriftlichen Verweis bis zu einem Berufsverbot ausgelegt werden.

Fortbildungsstunden im medizinischen Bereich

Gesetzliche Änderungen zum 1.9.2016 – wie viele DFP-Punkte in welcher Zeit?

Mit der Änderung des Ärztegesetzes im Frühjahr 2013 wurde der Paragraph 49 durch folgenden Absatz 2c ergänzt: „Ärzte, die zur selbstständigen Berufsausübung berechtigt sind, haben ihre absolvierte Fortbildung zumindest alle drei Jahre gegenüber der Österreichischen Ärztekammer glaubhaft zu machen.“

Damit müssen ÄrztInnen ab 1.9.2016 mindestens 150 DPF-Punkte der vergangenen 3 Jahre nachweisen. Dies muss durch ein DPF-Diplom oder die Vorlage von Fortbildungsbestätigungen nach der DFP-Systematik im Umfang eines DPF-Diploms erfolgen. Alle Einträge im Online-Fortbildungskonto sowie Bestätigungen von DPF-Punkten in Papierform haben in diesem Zusammenhang Gültigkeit. Davon müssen mindestens 50 Punkte aus Präsenzveranstaltungen sein und maximal 100 DFP-Punkte dürfen durch weitere DPF-anerkannte Fortbildungen wie E-Learning, Literaturstudium, Hospitationen oder Supervisionen gesammelt worden sein. Die 150 Punkte müssen sich darüber hinaus aus mindestens 120 fachspezifischen DPF-Punkten und maximal 30 Punkten von sonstigen Fortbildungen zusammensetzen. Unter sonstigen Fortbildungen versteht man solche, welche zwar berufsrelevant, aber nicht rein patientenorientiert sind.

 

Fortbildungspflicht für niedergelassene MedizinerInnen

Auch niedergelassene Mediziner haben ebenso wie angestellte Ärzte ihre Fortbildungspflicht laut dem österreichischen Ärztegesetz zu erfüllen. Die angegebenen Erfordernisse aus dem vorherigen Absatz haben auch für niedergelassene MedizninerInnen ihre Gültigkeit. Die Einhaltung der Fortbildungspflicht wird allerdings nicht durch den Arbeitgeber, sondern im Rahmen der Evaluierungen von Arztpraxen durch die Gesellschaft für Qualitätssicherung in der Medizin GmbH (ÖQmed) überprüft.

 

Onlinefortbildungskonto der österreichischen Ärztekammer

Auf www.meindfp.at können ÄrztInnen Ihre Fortbildungsteilnahmen online verwalten und einsehen. Gewissen Anbieter von medizinischen Fortbildungen – wie beispielsweise der Sanicademia Fortbildungsverein – bieten das zusätzliche Service an, die Diplomfortbildungspunkte direkt in das DPF-Onlinesystem einzutragen. Ansonsten lässt sich dies unkompliziert und rasch auch durch jede/n TeilnehmerIn selbstständig erledigen. Die erhaltene Teilnahmebestätigung in Papierform ist in diesem Fall als Scan beizufügen. Der Arzt/die Ärztin kann das DPF-Dilpom jederzeit auch online beantragen bzw. die Punkte einer E-Learning-Fortbildung direkt über die Plattform sammeln.

Zusammenfassen lassen sich die Vorteile des Online-Fortbildungskontos wie folgt:

  1. Immer aktueller Überblick über den DPF-Punktestand.
  2. Rasche und einfache Punkteabfrage und Verwaltung absolvierter Fortbildungen.
  3. Unkomplizierte Beantragung eines DPF-Diploms.
  4. Absolvieren von DPF-Punkten über das Literaturstudium.

74% aller österreichischen ÄrztInnen hatten bis Ende 2014 bereits ihr individuelles DPF-Onlinekonto angemeldet. Davon sind 49% angestellte und 25% niedergelassene MedizinerInnen. 2014 wurden zudem bereits 85% der DFP-Beantragungen online über die individuellen Fortbildungskonten beantragt. Parallel dazu verzeichneten die Anträge der Diplome in den letzten Jahren einen Zuwachs.

 

Internationale Fortbildungspunkte  – wann bekomme ich sie und werden diese in Österreich angerechnet?

Medizinische Fortbildung beschränkt sich für österreichische ÄrztInnen nicht auf die Landesgrenzen. Es ist für sie jederzeit möglich, Fortbildung außerhalb Österreichs zu besuchen. Damit ist in jedem Fall ein erhöhter zeitlicher und finanzieller Aufwand verbunden. In diesem Zusammenhang ist es für MedizinerInnen wichtig, sich vorab zu erkundigen, ob die im Ausland erworbenen Fortbildungspunkte im Inland für das Diplomfortbildungsprogramm der Österreichischen Ärztekammer auch anerkannt und angerechnet werden.

Die Österreichische Ärztekammer hat mit den Kammern in Deutschland und Südtirol Anerkennungsvereinbarungen abgeschlossen um eine unkomplizierte gegenseitige Anrechnung gewährleisten zu können. In Deutschland besuchte Fortbildungen der Kategorien A, B, C, D, F, G und H werden auf Grund der Homogenität zu dem Fortbildungssystem in Österreich in gleichem Umfang anerkannt. Darüber hinaus hat die Österreichische Ärztekammer beschlossen, eine einseitige Anerkennung vorzunehmen, wenn die Systeme und Anforderungen aus anderen Ländern jenen in Österreich gleichen. Dies ist beispielsweise bei E-Learning-Fortbildungen aus England oder den USA der Fall. Eine Begutachtung im Einzelfall ist notwendig, wenn die Heterogenität der Fortbildungswesen ausgeschlossen ist. Dies ist beispielsweise in Italien, der Schweiz oder Frankreich der Fall, da dort je nach Region unterschiedliche Systeme bestehen.

Es ist immer ratsam, sich vor dem Besuch einer Fortbildung über die dort vergebenen Punkte zu erkundigen und bei Unklarheiten über eine Anrechnung im Inland mit der Österreichischen Ärztekammer Rücksprache zu halten. So können böse Überraschungen im Nachhinein vermieden werden. Es spricht bei einer Anrechenbarkeit der Fortbildungspunkte in Österreich absolut nichts gegen den Besuch einer Veranstaltung im Ausland. Man muss an dieser Stelle auch klar den Vorteil eines wissenschaftlichen Erfahrungsaustausches über Ländergrenzen hinweg ins Zentrum rücken. So sind die Erfahrungen des Sanicademia Fortbildungsvereins bei internationalen Fortbildungsveranstaltungen im In- und Ausland überdurchschnittlich positiv. Allerdings sind der Zeitaufwand zu groß und die Kosten zu hoch, um das Risiko einzugehen, dass die Punkte in Österreich nicht anerkannt werden.

Eine Vorabinformation ist nicht nur bei Besuchen von Fortbildungen im Ausland im konventionellen Sinn hilfreich. Es ist ein Irrglaube, dass man Diplomfortbildungspunkte der österreichischen Ärztekammer erhält, wenn ein österreichischer Fortbildungsveranstalter oder eine österreichische medizinische Gesellschaft eine Fortbildung im Ausland organisiert. Die österreichische Ärztekammer vergibt für Veranstaltungen im Ausland generell keine Diplomfortbildungspunkte. Der Teilnehmer erhält bei erfolgreich durchgeführter Approbation durch den Veranstalter immer die Punkte der lokalen Ärztekammer oder möglicherweise auch international Fortbildungspunkte. Diese Punkte müssen dann bei der österreichischen Ärztekammer zur Anrechnung eingereicht werden. Es ist in diesem Fall ratsam, sich beim Veranstalter vorab zu erkundigen bzw. auf der Webseite der Fortbildung nach konkreten Informationen zu Diplomfortbildungspunkten zu suchen. Beispielsweise sorgt der österreichische Fortbildungsverein Sanicademia als Service bei seinen internationalen Veranstaltungen im Ausland immer vor und garantiert den TeilnehmerInnen die Anrechenbarkeit der ausländischen Punkte in Österreich oder organisiert bei einem fehlenden bilateralen Abkommen die international gültigen U.E.M.S.-Diplomfortbildungspunkte durch eine Approbation der Fortbildung bei EACCME.

Die europaweit agierende Organisation für Fachärztinnen Europas UEMS spielt bei der Approbation von Fortbildungen auf europäischer Ebene eine tragende Rolle. Sie ist auf die Qualität der fachärztlichen Berufsausübung fokussiert und hat ihren Sitz in Brüssel. Diesem Verein gehört auch die Österreichische Ärztekammer als Mitglied an. In diesem Kontext erkennt die Ärztekammer in Österreich Diplomfortbildungspunkte von Veranstaltungen im Ausland automatisch an, welche mit Punkten der UEMS (EACCME) approbiert sind. Koordiniert und geprüft werden die Fortbildungen durch die eigens gegründete Organisation European Accreditation Council for Continual Medical Education (EACCME), welche ihrerseits nicht in nationale Verwaltungen und Verantwortungen eingreift. Die Rahmenbedingungen der EACCME garantieren einen europäischen Qualitätsstandard für Ärztefortbildungen und eine Anerkennung in möglichst vielen europäischen Ländern.

Fortbildungsstunden im medizinischen Bereich

Fortbildung und Sponsoring – vereinbare Gegensätze?

Ein Fortbildungsveranstalter muss für eine Approbation seiner Fortbildung sämtliche Interessenskonflikte offenlegen und jedes Sponsoring transparent machen. Zudem darf der Inhalt der medizinischen Fortbildung nicht durch Sponsoren oder andere Dritte beeinflusst werden. Werbung darf im Rahmen von Programmen, Einladungen und anderen Unterlagen eingebaut werden, wenn der Informationscharakter weiterhin gewahrt wird und nicht die Werbung im Vordergrund steht. Eine umfassende Prüfung im Rahmen der DFP-Approbation garantiert in diesem Zusammenhang dem/der MedizinerIn eine wissenschaftliche Fortbildung bei der Inhalt und Qualität im Mittelpunkt stehen und welche nicht im Wiederspruch mit der Fortbildungsverordnung steht.

Darüber hinaus kann darauf aufmerksam gemacht werden, dass MedizinerInnen bei der Annahme von Einladungen etc. von Industrieunternehmen immer eigenständig auf die Verhältnismäßigkeit achten müssen. Das heißt im speziellen Fall, dass die Einladung zu einem Arbeitsessen im Rahmen einer Fortbildung beispielsweise keinen compliance-bedingten Verstoß darstellt, ganz im Gegensatz zu einem Golfausflug oder einer Einladung in ein Luxusrestaurant. Wenn ein/e angestellte/r  Medizinerin im Rahmen einer durch diverse Industrieunternehmen geförderten Fortbildung einen Vortrag hält, hat dies eher vertragsrechtliche Konsequenzen im Falle einer nicht vorhandenen Nebenbeschäftigungserlaubnis des Dienstgebers als compliance-rechtliche.

Gerade auf internationaler und europäischer Ebene wird eine zunehmende Transparenz des Austausches geldwerter Leistungen zwischen der pharmazeutischen Industrie und ÄrztInnen gefordert und auch dargestellt. Dadurch soll wieder ein gewisses Vertrauen durch die Öffentlichkeit hergestellt werden. Die Regeln in diesem Zusammenhang wurden durch die Pharmig in einem eigenen Verhaltenscodex VHC bereit 1970 niedergeschrieben und seit dem immer wieder angepasst. Immer mehr Unternahmen und MedizinerInnen bekennen sich zu den hohen ethischen Standards  und zu Transparenz um die Nachvollziehbarkeit von Interaktionen zu gewährleisten. Seit Juli 2014 müssen alle geldwerten Leistungen, welche mit Arzneimitteln in Zusammenhang stehen, dokumentiert und offen gelegt werden.

 

Resümee

So komplex wie immer gedacht, ist das Thema der ärztlichen Fort- und Weiterbildung in Österreich gar nicht. Wenn man gewisse Richtlinien beachtet, bleibt man unkompliziert und kontinuierlich am neuesten Stand des medizinischen Fachwissens und erhält sich seine Kompetenzen. Der Patient erhält dadurch die bestmögliche qualitativ hochwertige Behandlung, die er sich auch erwartet. Die Österreichische Ärztekammer vergibt bei kontinuierlicher Fortbildung gemäß den gesetzlichen Regelungen alle drei Jahre ein Diplom zur Bescheinigung der eigenen Fähigkeiten – der herzeigbarste Beleg für die eigenen PatientInnen. Und all diese Dokumentation und Verwaltung der eigenen Fortbildungen geht heute rasch und einfach online. Auch für den Besuch von Veranstaltungen im Ausland ist vorgesorgt – es gibt heutzutage zahlreiche bilaterale Anrechnungsabkommen für Diplomfortbildungspunkte bzw. auch internationale Punkte die von der Österreichischen Ärztekammer automatisch anerkannt werden. Damit bildet lebenslanges Lernen ein Grundrecht für MedizinerInnen und gleichzeitig eine ethische Pflicht im Sinne der Patientensicherheit.

Gerade in der Zukunft werden Themen wie wissenschaftliche Evidenz auch für die medizinische Fortbildung als Gesamtkonzept immer wichtiger. Man wird sich die Frage stellen müssen, ob die Fortbildung auch den gewünschten Erfolg in der Patientenbehandlung bringt. Es wird also notwendig werden zu messen, ob der Besuch einer Fortbildung in direktem Zusammenhang mit dem Behandlungserfolg steht.

Zudem wird es für Anbieter von medizinischen Fortbildungen immer erforderlicher, TeilnehmerInnen in ihr Feedback-System einzubinden. Der Sanicademia Fortbildungsverein hat damit bereits seit Jahren gute Erfahrungen, da die Fortbildungen dadurch immer an die Bedürfnisse und Erwartungen der ÄrztInnen angepasst werden können und damit auch die Qualität des Lernens kontinuierlich verbessert werden kann.

E-Learning bietet auf diesem Gebiet noch ein enormes Potential. Man darf dabei aber nie die Vorteile des persönlichen Erfahrungsaustausches bei Präsenzveranstaltungen aus den Augen verlieren. Dies ist auch der Grund, warum die Österreichische Ärztekammer für das alle drei Jahre vergeben Diplom nur eine relativ geringe Anzahl an e-Learning-Fortbildungspunkten akzeptiert. Allerdings bietet man ÄrztInnen durch solche Angebote auch die Möglichkeit ihr Berufs- und Privatleben besser in Gleichklang zu bringen.

Abschließend muss man im Zusammenhang mit Ärztefortbildung auch die Finanzierbarkeit diskutieren. In den letzten Jahren rückten die Finanzierung von Fortbildungsveranstaltungen durch die Industrie auf Grund der vorab diskutierten Themen wie Transparenz und Korruption immer mehr in den Hintergrund. Man muss an dieser Stelle klar festhalten, dass leistbare Fortbildung als öffentliche Aufgabe verstanden werden muss, wenn eine Finanzierung durch die Industrie nicht mehr möglich ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bedeutung von Fortbildung in den vergangenen Jahren in den Köpfen von ÄrztInnen, ArbeitgeberInnen sowie Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft stark an Bedeutung zugenommen hat. Gleichermaßen hat auch die Geschwindigkeit der Entwicklung von Fortbildungen zugenommen. Damit bildet das Diplomfortbildungsprogramm in Österreich und auch in Europa sicher ein Vorzeigeprogramm für berufliche Weiterbildung und wir können uns sicher sein, dass uns dieses Thema auch in den nächsten Jahren noch intensiv beschäftigen wird.

 

 

Quellen:

  1. arztakademia.at/diplom-fortbildungs-programm, 22.07.2016
  2. Ärztliche Fort- und Weiterbildung in Österreich 2015, Bericht der Österreichischen Ärztekammer/Österreichische Akademie der Ärzte GmbH, www.arztakademia.at, 22.07.2016
  3. Verordnung der Österreichischen Ärztekammer über eine Richtlinie für die laufende Fortbildung von Ärzten beschlossen gemäß § 118 Abs 2 Z 17 iVm § 122 Z 6 Ärztegesetz 1998 von der Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer am 16 Dezember 2006, www.arztakademia.at, 22.07.2016
  4. Novelle DFP-Richtlinie, Kundmachung der Österreichischen Ärztekammer veröffentlicht am 25. Jänner 2009, www.arztakademia.at, 22.07.2016
  5. Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Ärztegesetz 1998, Fassung vom 22.07.2016, ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen& Gesetzesnummer=10011138, 22.07.2016
2018-01-31T16:14:21+00:00